Mädchen und Jungen der Unesco-Schule hatten die Nase voll von ihren Toiletten. Angesichts leerer Stadtkassen ergriffen sie selbst die Initiative und verschönerten die „stillen Örtchen“


Die Nase voll von Gestank und Sprüchen in ihren Toiletten hatten die Schüler der Unesco-Schule. Gemeinsam mit den Vertrauenslehrern des einzigen Essener Aufbaugymnasiums, Kerstin Guse-Becker und Christoph Löhrmann, brachten sie in Erfahrung, das eine Renovierung der Toiletten im Haushaltsplan der Stadt auf absehbare Zeit nicht vorgesehen ist. Daraufhin schlugen die Schülersprecher Mounir Rhamsoussi und Paulina Czechwoska den anderen gewählten Vertretern vor, die Bedürfnisanstalten so zu gestalten, dass sie wieder ohne Ekelgefühl benutzt werden können.


Da die Mehrheit das für eine gute Idee hielt, wurde die „Verschönerung“ mit Teilnehmerlisten, teilweiser Unterrichtsfreistellung und finanzieller Unterstützung aus dem Reparaturtopf der Schule geplant. Hilfe gab ein Malermeister, der als Onkel der Schülerin Loraine Hofer die Eigeninitiative unterstütze. Da die Vertrauenslehrer in Zusammenarbeit mit dem Malermeister alle Materialien und Hilfsmittel vorher besorgt hatten, konnte die Aktion sofort nach der letzten Unterrichtsstunde beginnen.


Auf dem Arbeitsplan des ersten Tages standen: Türen und Zwischenwände abschleifen, Fliesen von Schmierereien, Sprüchen und Aufklebern säubern, Decken, Löcher und Risse verputzen. Diese Arbeiten mussten am ersten Tag geschafft werden, um am nächsten Tag die wirklichen Verschönerungen vornehmen zu können. Nach fünf Stunden Arbeit mit ungefähr 25 Schülern waren bis auf Kleinigkeiten alle Aufgaben geschafft.


Der zweite Tag stand unter dem Motto: „Arbeiten für die Schule statt Unterricht in der Schule!“ Denn um komplett gesäuberte und frisch gestrichene Toiletten zu haben, musste ab morgens gearbeitet werden. Insbesondere viele Schüler der Jahrgangsstufe 11 sorgten dafür, dass Tür um Tür, Wand um Wand gestrichen wurde, aber auch die Jüngsten halfen mit. Fast jede Jahrgangsstufe war vertreten.


Vor dem gemeinsamen Mittagessen war dann die Hauptarbeit geschafft. Kerstin Guse-Becker: „Nach dem gemeinsamen Pizzaessen merkten wir zum ersten Mal, dass bei einigen, und auch bei uns, die Motivation und auch die Kräfte nachließen.“ Trotzdem schaffte das Team auch die letzten Handgriffe und das nicht so beliebte Aufräumen und Putzen. Schüler Kevin Pleimes: „Was man begonnen hat, sollte man auch beenden. Und morgen stehen schon wieder andere Dinge auf unserem privaten Plan.“ Und so waren am frühen Abend die letzten Türen gestrichen, alle Pinsel gereinigt und die Fußböden von Farbe gesäubert. Nun wird ein Aufsichtsplan erstellt, durch den die Schüler gewährleisten wollen, dass die Toiletten nicht schon bald wieder in dem Zustand sind, in dem sie zwei Tage vorher noch waren.