WAZ, 04.Februar 2010

UNESCO-Schule: Jubiläum geriet zur Kultur-Schau

Vor zehn Jahren ist das städtische Aufbaugymnasium im Ostviertel als "UNESCO-Projekt-Schule" anerkannt worden. Das wurde gestern gefeiert. Die Jubiläumsveranstaltung in der Aula geriet zu einer beeindruckenden kulturellen Leistungsshow.

Ende 1999 erfolgte die offizielle Aufnahme ins UNESCO-Netzwerk:; seit 2002 heißt die Schule "UNESCO-Schule": Das Aufbau-Gymnasium ist ein Exot - mit 500 Schülern das kleinste Gymnasium der Stadt. Mit 40 Nationen das internationalste. Aufgenommen werden Schüler in den Jahrgängen 7 und 11. Gegründet wurde es, um mehr Arbeiterkindern den Weg zum Abi zu erleichtern. Besonders gute Haupt- oder Realschüler haben hier eine zweite Chance. Heute bietet die Schule vor allem Migranten aus Krisen- und Kriegsgebieten ein kleines Stück Heimat. Weil sie "UNESCO-Schule" ist, erzieht sie zu Demokratie und interkultureller Kompetenz, erklärte Schulleiter Norbert Kleine-Möllhoff vor Ehrengästen, Eltern, Lehrern und Schülern. Oberbürgermeister Paß lobte: "Hier zählen Verständnis und Respekt. Nur so funktioniert auf Dauer eine Gesellschaft."

Zwischen den reden gab es begeisterten Applaus für musizierende und tanzende Schüler - Schülerin Karthiga Sivaplan hatte die Veranstaltung mit einem indischen Tanz eröffnet; es folgte Valentina Huber am Flügel mit einer Mozart-Sonate. In sechs Sprachen gelesen wurde ein Text des türkischen Autors Yasar Kemal: auf Türkisch, Kurdisch, Albanisch, Arabisch, Serbisch und Deutsch. Die Schüler demonstrierten immer wieder, wie mit sehr einfachen Mitteln beeindruckende Bühnenkunst entstehen kann. Später folgte noch Schüler Max Kappel mit einem Gesangssolo. Der gefühlvoll vorgetragenen Ballade folgte frenetischer Applaus. Es gab noch zahlreiche Darbietungen, die das Jubiläum zu einer gelungenen Veranstaltung machten.

-MarS