Ausstellung der UNESCO-Projektschule soll die Toleranz fördern

Eine hinduistische Pubertätsfeier, ein türkisches Mädchen in Schuluniform oder eine Nigerianerin in Königinnentracht – für die Ausstellung „Lebensbilder“ in der Kreuzeskirche haben die Schüler des Aufbaugymnasiums in alten Fotoalben gestöbert.

„Auf diesem Foto bin ich fünf Jahre alt und habe gerade neue Kleider bekommen“, erklärt Bright Ojigwe aus Nigeria. Daneben steht das Foto von Bright heute: einem 20-jährigen jungen Mann in westlicher Kleidung – derselbe Mensch in zwei völlig verschiedenen Welten.

„Die Bilder sollen die kulturellen Unterschiede und die doppelte Identität der Schüler bewusst machen“, erklärt Schulkoordinatorin Sigrid Becker.

Über ein Jahr lang haben die zwanzig Schüler Familienalben gewälzt und Fotos ausgewählt. Die Reise in die Vergangenheit war für die Schüler nicht einfach: „Die Arbeit hat mir mein früheres Leben in der Türkei wieder vor Augen geführt. Manchmal vermisse ich die Tage meiner Kindheit“, erzählt Selin Sarihan. Doch die Konfrontation zwischen früher und heute soll für die Jugendlichen zukunftsweisend sein: „Integration bedeutet nicht vergessen, sondern sich der eigenen Kultur bewusst zu werden, um eine neue zu verstehen“, so Becker.

Und was soll der Besucher aus der Ausstellung mitnehmen? – „Ich möchte den Menschen etwas von mir erzählen, vielleicht hilft das dabei, klischeehafte Vorstellungen abzubauen“, hofft Selin.