An der UNESCO-Schule lernen Jugendliche unterschiedlicher Nationalität gemeinsam. Ein multikulturelles Grillfest mit Kletteraktionen am Sportjugendhaus stärkte den Zusammenhalt von Schülern, Eltern und Lehrern

Von Nina Jablonski

Südviertel - „Du bist anders. Na und, ich auch!" lautete das Motto des multikulturellen Grillfestes, das die achte Klasse der UNESCO-Schule im Sportjugendhaus an der Moltkestraße 114a veranstaltete. Schüler, Eltern und Lehrer ganz unterschiedlicher Nationalitäten nutzten die Gelegenheit, sich bei sportlichen Aktivitäten und gemütlichem Beisammensein besser kennen zu lernen. Schließlich waren zu Beginn des neuen Schuljahres wieder viele neue Gesichter in die Klasse gekommen.

„Ausländerfeindlichkeit gibt es an unserer Schule nicht", sagt die 15-jährige Cemile Tas. Mit Kindern aus anderen Ländern umzugehen, ist für die Mädchen und Jungen der UNESCO-Schule kein Problem. Schließlich kamen die meisten von ihnen selbst erst vor einigen Jahren nach Deutschland. „Verstehen wir neue Schüler nicht, verständigen wir uns einfach mit Händen und Füßen", sagt die 16-jährige Jessica Ornely Ntomono aus dem Kongo. Das man nicht dieselbe Sprache sprechen muss, um miteinander zu reden, weiß auch Meltem Celik: „Gestik und Mimik sagen oft viel mehr als Worte", weiß die 15-Jährige.

Gemeinsame Aktivitäten wie das Grilltest sollen den Zusammenhalt im Klassenverband zusätzlich stärken. So konnten die Kinder nicht nur beim Zubereiten des Essens, sondern auch bei Kletterspielen Teamgeist beweisen. Vorsichtig balancierten sie auf den dünnen Seilen des Klettergerüstes am Sportjugendhaus. Angst vorm Runterfallen musste dabei keiner haben - die Schüler sicherten sich gegenseitig ab und gaben sich Halt. Ganz allein bewältigen mussten sie den Kletterparcours jedoch nicht. „Wir betreuen die Schüler und helfen ihnen ins Ziel", sagt der 20-jährige Christian Neyers, der im Sportjugendhaus sein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Unterstützt wurde er vom Praktikanten Tim Giede. „Wir haben das Gerüst extra aufgebaut, damit die Kinder sich hier ausprobieren können", erklärt der 23-Jährige.

Doch nicht nur die Schüler waren von dem gemeinsamen Grillnachmittag begeistert. Auch Eltern und Lehrer nutzten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Der unterschiedliche kulturelle Hintergrund der Schüler war auch für sie eine Bereicherung. „Ich bin unheimlich froh, dass sich mein Sohn in seiner neuen Klasse wohlfühlt", sagt Yvonne Broschat-Bals. „Obwohl Jonas Hörgeräte trägt, wurde er sofort in den Klassenverband integriert", freut sich die 37-Jährige. „Durch Jonas lernen die Schüler genau hinzuhören und deutlich miteinander zu sprechen", berichtet Klassenlehrerin Lisa Schulte. Hinzu kommt, dass manche Schüler Deutsch noch nicht perfekt beherrschen. Das erfordert in Gesprächen zusätzliche Aufmerksamkeit."

In der achten Klasse der UNESCO-Schule sind elf Nationalitäten vertreten. Lisa Schulte versucht diese Sprachenvielfalt auch für die Gestaltung ihres Unterrichts zu nutzen: „In Latein konnten wir einmal einen Satz in elf Sprachen übersetzen'', berichtet die Lehrerin, „das war auch für mich unheimlich spannend." Die Gefahr von Gruppenbildungen innerhalb des Klassenverbandes will sie so vermeiden: „Die Kinder sollen nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede ihrer verschiedener Kulturen schätzen lernen."

   WAZ, 12.09.2007