Die Fachschaft Katholische Religionslehre

  • Wie ist eigentlich die Welt entstanden?
  • Gibt es einen Gott?
  • Wie könnte er aussehen?
  • Wie kann ich mir sicher sein, dass es einen Gott gibt?
  • Was bedeuten unsere christlichen Feiertage?
  • Was denken die anderen Religionen über Gott und die Welt?
  • Was sagt meine Religion zu Problemen in unserer Gesellschaft und der Welt?

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Diese Fragen geben einen Einblick in die Themenfelder, die Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit der eigenen oder anderen Religionen beschäftigen. Viele sind dabei schon zu Antworten gekommen, andere sind vielleicht noch auf der Suche. Der Religionsunterricht kann ein Ort sein, wo man sich gemeinsam auf die Suche nach solchen Antworten macht oder die eigene Position darstellen, erneut befragen oder noch besser kennenlernen kann.

Die UNESCO-Schule Essen hat das Profil eines internationalen Gymnasiums, was für den Religionsunterricht zur Folge hat, dass die katholischen Schülerinnen und Schüler unmittelbar durch Mitschülerinnen und Mitschüler das Miteinander anderer Weltreligionen erleben können. Dieses Miteinander und das gegenseitige Verstehen und Tolerieren bildet im Rahmen eines interreligiösen Dialogs somit ein weiteres zentrales Anliegen des katholischen Religionsunterrichts.

Darüber hinaus soll der katholische Religionsunterricht ein Ort sein, wo die Sinnhorizonte des Lebens, beruhend auf dem christlichen Glauben und als Teil der gesellschaftlichen Kulturgeschichte, innerhalb des schulischen Alltags Platz finden können. Die Fachschaft versteht den katholischen Religionsunterricht vor dem Hintergrund des Kernlehrplans jedoch ebenso als Ort der Vermittlung von Wissensbeständen in Form von Sachkompetenzen. Doch katholischer Religionsunterricht versucht noch mehr zu sein, da hier auch den individuellen Gefühls- und Gedankenwelten der Schülerinnen und Schüler Raum gegeben werden soll. Die Vermittlung von Werten und Orientierung im Sinne von Handlungs- und Urteilskompetenzen steht vor dem Hintergrund der lebensweltlichen Beeinflussung und divergenter religiöser Prägungen ebenso im Fokus des Unterrichts. Der Dialog zwischen Lehrern und Schülerinnen und Schülern ist der Fachschaft ein besonderes Anliegen, um so oft wie möglich einen offenen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.

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Sekundarstufe I (Klassen 7-10)

Aufgrund der besonderen Zusammensetzung unserer Schülerschaft wird das Fach katholische Religionslehre in der Sekundarstufe I jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Jahrgangsstufen 7/8 sowie die Jahrgangsstufen 9/10 werden zu jeweils einer Lerngruppe zusammengefasst und in modularisierten Lerneinheiten unterrichtet. Der Unterricht wird einstündig pro Woche erteilt.

 

Inhaltliche Schwerpunkte des schulinternen Curriculums:

Sprechen von und mit Gott – Prophetisches Zeugnis
Die Bibel als „Ur-kunde“ des Glaubens an Gott (Entstehung und Sprachformen biblischer Texte, Erzählungen der Bibel als gedeutete Glaubenserfahrungen)
Jesus, der Christus – Jesu Botschaft von der Fülle des Lebens; Vom Tod zum Leben: Leiden, Kreuz und Auferstehung
Kirche als Nachfolgegemeinschaft – Reformation und Ökumene
Was kann mir Geborgenheit und Sinn geben?
Wo und wie kann ich Gott erfahren und spüren?
Was hat das Judentum mit dem Christentum zu tun?
Glaube an die Wiedergeburt – Was sagt das Christentum und was die anderen Religionen?
Kirche im Nationalsozialismus
Ist der Glaube an Gott nicht altmodisch und unlogisch? – Gottesglaube angesichts von Zweifel, Bestreitung und Indifferenz

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Ansätze zur Methodenkompetenz:

  • Kooperative Arbeitsformen im Sinne des Think-Pair-Share (nach Saum/Brüning)
  • Einführung und Vertiefung von Visualisierungstypen und Lernstrategien (Mindmap, Cluster, Word Web etc.)
  • Bildanalyse
  • Filmanalyse
  • Stationenlernen im Sinne eines selbstgesteuerten Lernprozesses
  • Inhalte recherchieren und kritisch überprüfen
  • Kompetenzen zur Präsentation von Arbeitsergebnissen in Form von Folien- oder PowerPoint-Präsentationen

 

Sekundarstufe II (EF, Q1 und Q2)

In der Sekundarstufe II werden zumeist pro Jahrgangsstufe zwei Kurse gebildet. Das Fach kann in der Sekundarstufe unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit als Kurs, sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form, belegt werden, was dazu führt, dass ein hoher Anteil nicht-katholischer Schülerinnen und Schüler ebenfalls das Fach wählen. Als Leistungskurs ab der Jahrgangsstufe Q1 kann das Fach aufgrund organisatorischer Aspekte leider nicht angeboten werden. In der Jahrgangsstufe Q2 kann es vor dem Hintergrund des Wahlverhaltens der Schülerinnen und Schüler zur Zusammenlegung von Kursen kommen. Das Fach Katholische Religionslehre ist an unserer Schule mögliches mündliches und schriftliches Abiturfach.

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Inhaltliche Schwerpunkte des schulinternen Curriculums:

Einführungsphase (EF)

„Wie hältst du´s mit der Religion?“ – Wahrnehmung von Religion in unserer Zeit und Welt und die Auseinandersetzung mit ihrer Relevanz
„Entscheidend ist nicht, wie etwas war, sondern wie wahr etwas ist.“ – Neue Annäherungen an alte Geschichten
„Ich glaube nur die Dinge, die naturwissenschaftlich beweisbar sind ...“ – Gegen eine eindimensionale Sicht von Wirklichkeit
„Über spannende Beziehungen nachdenken“ – Der Mensch als Geschöpf göttlicher Gnade zwischen Anspruch und Wirklichkeit
„Orientierung finden“ – Wie wir verantwortlich handeln können

 

Qualifikationsphase (Q1) – Grundkurs

„Was ich glaube, bestimme ich“ oder: „Zwischen dem ‚lieben Gott’ und dem ‚absoluten Geheimnis’“ – Die Frage nach der biblisch-christlichen Gottesbotschaft
„Kann man eigentlich vernünftig glauben?“ – Der Glaube an den christlichen Gott vor der Herausforderung des Atheismus und der Theodizee          
„Der Glaube an Jesus, den Christus – eine Zu-mutung für mich?“ – Das Lukasevangelium als eine Ur-kunde christlichen Glaubens
Hat der christliche Glaube für mich Konsequenzen? – Philosophische und theologische Reflexionen zu ethischen Fragen der Lebensgestaltung

 

Qualifikationsphase (Q2) – Grundkurs

Die Botschaft von Erlösung, Heil und Vollendung – ein Angebot ohne Nachfrage?
Unsterblich sein oder ewig leben? – Der Mensch zwischen Verdrängung des Todes und der Sehnsucht nach Vollendung
„Kann ich für mich alleine glauben?“ – Kirche als Volk Gottes
„Viele Wege führen zu Gott“ oder: „Ohne Jesus Christus kein Heil?“ – Der Wahrheitsanspruch der Kirche im interreligiösen und interkonfessionellen Dialog

 

Katholische Religionslehrer an der UNESCO-Schule Essen:

  • Herr Fuhrmann (Fachvorsitz Katholische Religionslehre)
  • Frau Gonzalez-Guila
  • Herr Lottko